meinnetzcheck.de

Internet · Ausbau

Wie komme ich an Glasfaser?

Beantragen kann man Glasfaser nicht. Eintragen schon – an vier Stellen, jede in ein paar Minuten. Ob gebaut wird, entscheidet die Nachfrage; diese Schritte machen deine sichtbar.

Die kurze Antwort

Trag dich überall ein, wo es geht – und verpass die Vorvermarktung nicht. Gebaut wird, wo genug Haushalte einen Vorvertrag unterschreiben. In dieser Phase ist der Hausanschluss meist kostenlos, später kostet er oft 800 bis 2000 Euro.

  1. Nachsehen und eintragen: Der Internet-Check zeigt, was an deiner Adresse gemeldet ist. Fehlt Glasfaser, trägst du dich direkt darunter in unsere Glasfaser-Liste ein.
  2. Bei den Anbietern vormerken: Telekom, Vodafone und die Glasfaserfirmen schreiben dir, wenn in deiner Gegend gebaut wird.
  3. Beim Land melden: In Berlin per Formular, sonst beim Breitbandbüro deines Landes.
  4. Markterkundung prüfen: Fragt deine Gemeinde gerade den Bedarf ab, zählt deine Antwort doppelt.

1. Nachsehen und eintragen

Prüf zuerst, was an deiner Adresse gemeldet ist. Manchmal liegt Glasfaser längst in der Straße, oder das Kabelnetz liefert schon Gigabit – dann brauchst du keinen Ausbau, sondern einen anderen Tarif. Der Internet-Check zeigt es auf 100 Meter genau, aus dem Breitbandatlas der Bundesnetzagentur.

Ist Glasfaser nicht gemeldet, erscheint unter dem Ergebnis die Glasfaser-Liste von meinnetzcheck.de. Du gibst an, wie du wohnst und wann du buchen würdest, dazu deine E-Mail-Adresse. Einen Namen brauchen wir nicht.

  • Wir zählen je Gemeinde. Die Zahlen geben wir an Gemeinden, Landkreise, die Breitbandbüros der Länder und die Bundesnetzagentur weiter. Deine Adresse und E-Mail-Adresse bleiben bei uns.
  • Wir schreiben dir, wenn sich etwas tut. Zeigt der Breitbandatlas an deiner Adresse Glasfaser, bekommst du eine Mail. Sonst nichts – keinen Newsletter, keine Werbung.
  • Austragen geht mit einem Klick. Der Link steht in jeder Mail.

Adresse prüfen und eintragen

2. Bei den Anbietern vormerken

Die Netzbetreiber führen Listen von Interessenten. Eintragen kostet nichts und verpflichtet zu nichts. Eine persönliche Antwort kommt selten – aber du erfährst, wenn in deiner Gegend eine Vorvermarktung startet. Genau die verpassen die meisten.

Tipp an Ausbaugrenzen: Zeigt der Internet-Check Glasfaser nur für einen Teil deiner 100-Meter-Zelle, liegt die Leitung schon in der Nähe. Frag gezielt den Anbieter, der nebenan gebaut hat – für ihn ist dein Anschluss dort am wenigsten Aufwand.

3. Beim Land melden

Jedes Land hat ein Breitbandbüro, das Gemeinden beim Ausbau berät und auch Fragen von Bürgerinnen und Bürgern annimmt. Ein eigenes Formular zum Bedarf-Melden hat Berlin: Im Gigabit-Portal trägst du Adresse und Bedarf ein; auf Wunsch sehen die in Berlin tätigen Netzbetreiber deinen Eintrag und können dir ein Angebot machen.

Anderswo schreibst du dem Büro deines Landes eine kurze Mail: deine Adresse, was dort heute ankommt – das steht im Internet-Check –, und dass du Glasfaser buchen würdest. Frag, wer für deine Gemeinde zuständig ist und ob ein Ausbau geplant ist.

4. Markterkundung prüfen

Bevor eine Gemeinde oder ein Landkreis Fördergeld für den Ausbau beantragen darf, fragt sie in einem Markterkundungsverfahren, ob ein Anbieter in den nächsten drei Jahren selbst bauen will. Manchmal gehört eine Befragung der Haushalte dazu. Wer dann antwortet, zählt als Bedarf – wer nicht antwortet, nicht.

Welche Verfahren laufen, listet der Projektträger des Bundes öffentlich: Verfahren der Bundesförderung – nach Land filtern, nach Gemeinde oder Kreis suchen. Läuft bei dir eins, frag im Rathaus nach der Befragung. Läuft keins, ist das auch eine Antwort: Dann plant deine Gemeinde gerade keinen geförderten Ausbau, und die Schritte 1 bis 3 sind dein Weg.

Der Moment, auf den es ankommt: die Vorvermarktung

Alle vier Schritte zielen auf einen Moment. Kündigt ein Anbieter Glasfaser für dein Gebiet an, beginnt eine Vorvermarktung, auch Nachfragebündelung genannt: meist drei bis sechs Monate, in denen Haushalte einen Vorvertrag unterschreiben können. Erreicht der Anbieter seine Quote – je nach Unternehmen und Gebiet 33 bis 40 Prozent der Haushalte –, wird gebaut. Verfehlt er sie, passiert nichts, und die Verträge werden nicht wirksam.

Angekündigt wird die Vorvermarktung per Post, über die Gemeinde und auf Infoabenden. Wer bei den Anbietern vorgemerkt ist, bekommt zusätzlich eine Mail.

Mieter oder Eigentümer?

Der Hausanschluss endet im Gebäude, also entscheidet der Eigentümer – im Mehrfamilienhaus die Eigentümergemeinschaft. Als Mieter sprich Vermieter oder Hausverwaltung an, sobald eine Vorvermarktung angekündigt ist; eine Zusage nach Ablauf der Frist nützt nichts mehr.

Legt der Eigentümer neue Glasfaser durchs Haus, darf er dafür ein Glasfaserbereitstellungsentgelt auf die Miete umlegen: höchstens 60 Euro im Jahr je Wohnung, für längstens fünf Jahre, in begründeten Ausnahmefällen neun – und insgesamt höchstens 540 Euro.

Erst nachsehen, dann eintragen

Vielleicht liegt Glasfaser längst in deiner Straße – oder Kabel mit Gigabit, und der Ausbau ist gar nicht dein Problem. Wenn nicht, stehst du eine Minute später auf der Liste.

Internet-Check starten

Quellen und Stand

Stand dieser Seite: September 2026, alle Links am 10. September 2026 geprüft. Die Breitbandbüros nach der Liste des Gigabitbüros des Bundes, der Weg zum Anschluss nach „Glasfaser statt Kupfer“ der Bundesnetzagentur, das Glasfaserbereitstellungsentgelt nach § 72 Telekommunikationsgesetz. Quoten und Anschlusskosten sind Größenordnungen aus den Angeboten der Netzbetreiber und schwanken je Anbieter und Gebiet.

Das ist eine Einordnung, keine Rechtsberatung. Verbindliche Auskunft zu Miet- oder Vertragsfragen geben die Verbraucherzentrale, ein Mieterverein oder ein Anwalt.