Die kurze Antwort
Schneller ist besser. Bei gleichem Tempo: Glasfaser vor Kabel vor DSL. 100 Mbit/s sind heute 100 Mbit/s, egal über welche Leitung. Der Unterschied liegt in drei Dingen:
- Luft nach oben. DSL ist bei 250 Mbit/s am Ende, Kabel bei 1000, Glasfaser noch lange nicht – 2000 Mbit/s werden schon verkauft.
- Upload. Glasfaser schickt so schnell hoch wie runter, Kabel rund 50 Mbit/s, DSL rund 40. Für Homeoffice, Cloud und Videotelefonie zählt das.
- Teilen. Kabel teilt sich die Leitung mit der Nachbarschaft und wird abends langsamer. DSL und Glasfaser haben eine eigene Leitung bis zum Verteiler.
Die drei Anschlussarten, einfach erklärt
DSL – die Telefonleitung
DSL läuft über das Kupferkabel, das früher nur fürs Telefon da war. Vom Verteilerkasten am Straßenrand bis zu dir ist es Kupfer, und Kupfer dämpft das Signal mit jedem Meter. Deshalb bekommt das Haus neben dem Kasten mehr Tempo als das am Ende der Straße. Mit der Technik „Supervectoring“ holen die Anbieter bis zu 250 Mbit/s heraus, mehr gibt die Physik nicht her. Dafür gibt es DSL fast überall, die Leitung gehört dir allein, und die Tarife sind meist die günstigsten.
Kabel – das Fernsehkabel
Kabel-Internet nutzt das Koaxialkabel, über das früher nur Fernsehen kam. Es ist dicker und schirmt besser als die Telefonleitung, darum schafft es bis zu 1000 Mbit/s im Download. Der Haken: In der Straße teilen sich alle Kabel-Kunden ein Segment. Wenn abends alle streamen, bleibt für jeden weniger übrig. Und der Upload ist mit rund 50 Mbit/s knapp bemessen. Kabel gibt es vor allem in Städten; auf dem Land fehlt es meist ganz.
Glasfaser – Licht bis ins Haus
Bei Glasfaser bis ins Haus (FTTB) oder bis in die Wohnung (FTTH) läuft das Signal als Licht durch eine Glasfaser, ohne Dämpfung und ohne dass die Nachbarn mitbenutzen, was bei dir ankommt. Gigabit ist der Einstieg, 2000 Mbit/s werden schon verkauft, der Upload ist so schnell wie der Download, und die Reaktionszeit ist die kürzeste von allen. Der Ausbau läuft, ist aber teuer: Oft gibt es Glasfaser erst, wenn genug Nachbarn vorbestellen – wie man das anstößt, steht unter Wie komme ich an Glasfaser?
Vorsicht bei „Glasfaser“-Werbung für DSL: „Glasfaser bis zum Verteiler“ (FTTC) ist normales DSL – die letzten Meter bleiben Kupfer. Der Internet-Check zählt nur Glasfaser bis ins Haus als Glasfaser.
| DSL | Kabel | Glasfaser | |
|---|---|---|---|
| Download höchstens | 250 Mbit/s | 1000 Mbit/s | 1000 Mbit/s und mehr |
| Upload typisch | bis 40 Mbit/s | bis 50 Mbit/s | bis 500 Mbit/s und mehr |
| Ping typisch | 10–30 ms | 10–25 ms | 3–10 ms |
| Leitung geteilt? | nein | ja, in der Straße | nein |
| Abends langsamer? | kaum | möglich | nein |
| Luft nach oben | keine | wenig | viel |
| Gibt es | fast überall | vor allem in Städten | wo ausgebaut wurde |
Ping: Wie schnell reagiert die Leitung?
Die Mbit/s sagen, wie viel gleichzeitig durchpasst. Der Ping – auch Latenz oder Reaktionszeit – sagt, wie lange ein Datenpaket zum Server und zurück braucht. Fürs Spielen, für Videotelefonie und für den Fernzugriff auf die Arbeit ist das die wichtigere Zahl, und sie steht in keinem Tarifnamen.
| Anschlussart | Ping zum nächsten Netzknoten | Warum |
|---|---|---|
| Glasfaser | 3–10 ms | Licht ohne Umsetzung, ohne Dämpfung, eigene Leitung |
| Kabel | 10–25 ms | muss beim Senden erst Sendezeit anfragen; geteiltes Segment |
| DSL | 10–30 ms | Kupfer wird gegen Störungen verschachtelt; das kostet Zeit |
Reicht das fürs Gaming?
Fast immer ja. Als guter Ping gilt alles unter 50 Millisekunden, unangenehm wird es erst ab 80 bis 100. Der Unterschied zwischen 8 und 20 Millisekunden ist im Spiel praktisch nicht zu merken – und der Weg zum Spielserver, oft mehrere hundert Kilometer, macht ohnehin den größeren Teil der Strecke aus. Die Anschlussart ist beim Ping heute selten das Problem.
Was den Ping dagegen wirklich ruiniert, und zwar bei allen drei Techniken:
- WLAN. Ein paar Meter Funk kosten oft mehr Millisekunden als die Anschlussart – und sie schwanken, was schlimmer ist als ein gleichmäßig hoher Wert. Ein Netzwerkkabel zur Konsole ist die billigste Ping-Verbesserung überhaupt.
- Bufferbloat. Läuft nebenher ein großer Download, füllen sich die Puffer im Router, und der Ping springt von 15 auf 200 Millisekunden und mehr. Schmale Leitungen trifft das härter. Das ist der eigentliche Grund, warum ein schnellerer Anschluss beim Spielen hilft – nicht die Technik an sich. Router mit intelligenter Warteschlange (oft „Smart Queue Management“ oder „fq_codel“) entschärfen es.
- Die Strecke dahinter. Routing des Anbieters, Standort des Spielservers, im Kabelnetz auch die Tageszeit.
Wo Glasfaser beim Ping wirklich vorn liegt, ist die Latenz unter Last: Wenn gleichzeitig hochgeladen wird, bleibt sie stabil, während sie bei Kabel und DSL spürbar steigt. Das merkt man in Videokonferenzen, beim Cloud-Gaming und beim Arbeiten in der Cloud – also überall dort, wo auch der Upload zählt.
Warum wir so sortieren: erst Tempo, dann Technik
Der Internet-Check zeigt je Anschlussart, welches Tempo für deine Adresse gemeldet ist, und sortiert nach dem Tempo: Gigabit vor 250 vor 100 Mbit/s. Liefern zwei Anschlussarten dieselbe Stufe, gewinnt die mit mehr Luft nach oben: Glasfaser vor Kabel vor DSL.
Ein Beispiel: An einer Adresse in Wiesbaden ist Kabel bis 1000 Mbit/s gemeldet, DSL bis 100. Wer dort DSL hat, hat nicht die schnellste Leitung – ein Wechsel auf Kabel bringt das Zehnfache. Sind dagegen Kabel und DSL beide mit 100 Mbit/s gemeldet, bringt der Wechsel heute nichts. Kabel könnte in Zukunft mehr, DSL nicht.
Das heißt nicht, dass DSL schlecht wäre. Wer nur surft, mailt und Videos schaut, braucht keine 250 Mbit/s, und die eigene, nicht geteilte Leitung ist ein echter Vorteil. Die Reihenfolge sagt nur, welche Leitung an deiner Adresse am meisten kann.
Wie viel Mbit/s brauche ich?
Weniger, als die Werbung sagt. Eine Videokonferenz braucht rund 5 Mbit/s, ein HD-Stream 5 bis 8, ein 4K-Stream 25, Cloud-Gaming 35 bis 50. Entscheidend ist, was im Haushalt gleichzeitig läuft – und wie oft große Downloads anstehen. Ein Spiel mit 50 Gigabyte lädt bei 100 Mbit/s rund 70 Minuten, bei 250 rund 27, bei Gigabit rund 7.
| Das machst du | Das reicht | |
|---|---|---|
| Surfen, Mail, Videotelefonie, Streaming in HD – ein bis zwei Personen | 100 Mbit/s | Adresse prüfen |
| Homeoffice, Streaming in 4K, Familie mit Schule und Konsole | 250 Mbit/s | Adresse prüfen |
| Mehrere Nutzer gleichzeitig, Cloud-Gaming, große Downloads, Zukunft | Gigabit | Adresse prüfen |
Im Internet-Check kannst du den Bedarf in Schritt 2 angeben; das Ergebnis sagt dann, ob deine Adresse das liefert.
Und was liegt bei dir an?
Der Internet-Check zeigt für deine Adresse, welche Anschlussart mit welchem Tempo gemeldet ist – auf 100 Meter genau, aus dem Breitbandatlas der Bundesnetzagentur.
Internet-Check startenWas „verfügbar“ heißt
Die Anbieter melden der Bundesnetzagentur je Adresse, welche Technik sie mit welcher Bandbreite liefern können. Das ist eine Meldung, keine Buchungszusage: Ob ein Hausanschluss schon liegt, ob Tiefbau nötig ist und was das kostet, klärt sich erst bei der Bestellung. Die Meldungen sind auch nicht lückenlos – wer zu Hause eine Technik nutzt, die im Check fehlt, hat trotzdem recht. Mehr dazu in den Fragen und Antworten.
Und wenn an deiner Adresse keine Glasfaser gemeldet ist, du sie aber willst: Wie komme ich an Glasfaser? zeigt, wo du dich eintragen kannst – bei den Anbietern, beim Land und auf unserer Glasfaser-Liste – und warum der Hausanschluss vor dem Baubeginn meist nichts kostet.